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makrozoobenthos Bewertung des Gewässerzustandes mit wirbellosen Lebewesen der Gewässersohle
Als Makrozoobenthos oder Makroinvertebraten bezeichnet man die wirbellosen Tiere der Gewässersohle, die von blossem Auge sichtbar sind. Es handelt sich dabei vor allem um Larvenstadien von Insekten, um Krebse, Milben, Schnecken und Muscheln, Egel und Würmer. Diese Kleinlebewesen nehmen wichtige ökologische Funktionen im Gewässer wahr: Sie weiden Algen ab oder wirken beim Abbau abgestorbener Pflanzen mit, andererseits dienen sie als Nahrung für die Fische. Die Möglichkeit der Beurteilung des Gewässerzustandes mit Wasserwirbellosen wurde schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts erkannt und wird seither verbreitet angewandt. Die Bewertung von Flüssen und Bächen anhand der Wasserwirbellosen hat auch in der Schweiz eine lange Tradition, 1974/75 wurde der biologische Zustand der Fliessgewässer erstmals landesweit auf der Grundlage von Untersuchungen der Makroinvertebraten beurteilt. Mit der Methode im Rahmen des Modul-Stufen-Konzeptes sollen zum einen die Kenntnisse über die Arten von Wasserwirbellosen in Schweizer Fliessgewässern verbessert werden, zum anderen soll abgeschätzt werden, wie naturnah die Organismengemeinschaft ist und ob deren Zusammensetzung Hinweise auf die Belastung der Gewässer gibt. Intakte Gemeinschaften von Makroinvertebraten sind nicht nur auf eine gute Wasserqualität angewiesen, sie benötigen auch naturnahe morphologische Gegebenheiten im und am Gewässer. Entwicklungsstadien vieler Arten sind beispielsweise an den Porenraum der Gewässersohle gebunden. Diese Lücken und Hohlräume im Substrat der Sohle werden aber durch feine Ablagerungen verstopft, wenn das Sohlenmaterial nicht periodisch durch Hochwässer umgelagert wird. Damit geht der Lebensraum für bestimmte Arten verloren. Andere Wirbellose brauchen für den Übergang vom Larvalstadium im Wasser zum letzten Lebensabschnitt als fliegende Imago bestimmte Strukturen wie Pflanzen, Totholz oder Stein-blöcke am Ufer. Fehlen solche, so ist auch das Vorkommen der jeweiligen Arten gefährdet. Die Bewertung des Moduls Makrozoobenthos geht davon aus,
dass die Artenzahl der Wasserwirbellosen in natürlichen Gewässern
in der Regel hoch ist. Je mehr Arten festgestellt werden, umso besser
wird das Gewässer bewertet. Als weiteres Kriterium werden die drei
Gruppen Eintagsfliegen (Ephemeroptera), Stein-fliegen (Plecoptera) und
Köcherfliegen (Trichoptera) herangezogen, die vereinfacht als Indikatoren
unbelasteter Gewässer bezeichnet werden können. Je mehr Arten
der genannten Gruppen in einem Gewässer vorkommen, umso besser wird
es bewertet.
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letztes
Update, 16. Juni 2010, J.A. Schlosser
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