Hydrologie - Beurteilung des
Natürlichkeitsgrades des Abflussregimes
Das Abflussregime: die treibende Kraft der
Gewässerdynamik Für den ökologischen
Zustand der Fliessgewässer ist neben der Qualität des Wassers
und den Raum- und Strukturverhältnissen der Gewässer die
Wasserführung der dritte entscheidende Einflussfaktor. Menschliche
Nutzungen beeinflussen nicht nur die Abflussmenge, sondern auch die
zeitliche Verteilung im Tages- und Jahresverlauf, überdies verändern
die Eingriffe den Geschiebehaushalt der Gewässer und beeinflussen
die Wassertemperaturen.
Bild 1: Staumauer – ein Eingriff
der Wasserkraftnutzung
Ziel und Inhalt des Moduls Hydrologie-Abflussregime Das Modul Hydrologie–Abflussregime auf Stufe
F (flächendeckend), kurz HYDMOD-F, stellt im Rahmen des Modul-Stufen-Konzepts
die Methode zur Beschreibung der hydrologischen Verhältnisse
einer Region mit der Erfassung der wasserwirtschaftlichen Eingriffe
und der Beurteilung deren Auswirkungen auf das Abflussregime dar.
Es liefert als Ergebnis eine Aussage über den hydrologischen
Zustand des Gewässersystems eines Einzugsgebietes mit den einzelnen
Gewässerabschnitten als Bezugsobjekt. Beurteilt und klassiert
wird der Natürlichkeitsgrad des Abflussregimes anhand von neun
Bewertungsindikatoren, welche verschiedene Charakteristika aus den
Bereichen Niederwasser-, Mittelwasser- und Hochwasserregime abdecken.
Die für Veränderungen des Abflussregimes verantwortlichen
anthropogenen Eingriffe stammen grossteils aus den Bereichen Wasserkraftnutzung
und Siedlungswasserwirtschaft. Für die Inventarisierung der Eingriffe
sieht HYDMOD-F eine Typisierung mit Signifikanzkriterien vor. Die
Beurteilung erfolgt anhand der Bewertungsindikatoren zunächst
an den Eingriffsorten. In einem Folgeschritt werden diese punktuellen
Klassierungen auf die Gewässerabschnitte umgesetzt.
Bild 2: Wasserentnahme an der Linth
Das Paket HYDMOD-F
Die Anwendung von HYDMOD-F benötigt verschiedene hydrologische
Kenngrössen. In vielen Fällen ist aber davon auszugehen,
dass die verfügbare Datenlage spärlich ist. Deswegen wurden
parallel zur Methodenentwicklung auch eine Reihe hydrologischer
Grundlagen und Abschätzverfahren erarbeitet, welche Bestandteil
von HYDMOD-F sind. Schliesslich wurde auch ein EDV-Programm als
elektronisches Hilfsmittel entwickelt, welches für einzelne
Schritte im Methodenablauf eine Erleichterung für den Anwender
bringen soll.
HYDMOD-F ist demzufolge als Paket zu verstehen: Im Zentrum steht
die eigentliche Bewertungsmethodik. Daneben werden auch diverse
Abschätzverfahren bereitgestellt. Schliesslich wird das Paket
durch das zur Verfügung gestellte elektronische Hilfsmittel
(HYDMOD-FIT) zur IT-gestützten Anwendung, Standardisierung
und Verringerung des Anwendungsaufwands komplettiert. Zudem werden
auch GIS-Hilfsdateien für die kartografische Umsetzung der
Bewertungsergebnisse zur Verfügung gestellt.
Bild 3: Schwalleinleitung in ein
Fliessgewässer
Bild 4: Das „Paket“
Modul Hydrologie-Abflussregime (HYDMOD-F)
Download
des Moduls Hydrologie – Abflussregime Stufe F (flächendeckend)
Pfaundler
M. et al. 2011: Methoden zur Untersuchung und Beurteilung der Fliessgewässer.
Hydrologie – Abflussregime Stufe F (flächendeckend).
Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Vollzug Nr. 1107: 4 S.