Fische kommen in fast allen Schweizer Fliessgewässern
vor. Sie sindaus verschiedenen Gründen als Bioindikatoren für
den Zustand von Bächen und Flüssen geeignet: Sie sind relativ
langlebig und zeigen damit Effekte von längerfristigen Veränderungen
von Umwelteinflüssen an. Durch ihre verschiedenartigen Lebensraumansprüche
sind sie gute Indikatoren für den morphologischen und hydrologischen
Gewässerzustand. Die Mobilität und die Wanderungen von Fischarten
lassen Rückschlüsse auf die Durchgängigkeit und Vernetzung
der Gewässer zu. Nicht zuletzt sind Fische relativ einfach zu bestimmen
und ihre Ökologie ist gut bekannt.
Bei der Methode im Rahmen des Modul-Stufen-Konzeptes
werden in einem Abschnitt des zu beurteilenden Gewässers die Fische
mittels Elektrobefischung gefangen und die Arten bestimmt. Zusätzlich
werden die Körperlänge der Fische gemessen und allfällige
Deformationen oder Anomalien festgehalten. Die Daten geben Aufschluss
über die Artenzusammensetzung, die Altersverteilung und die Fortpflanzungsfähigkeit
der Fischpopulationen.
Die Bewertung berücksichtigt die natürlichen Unterschiede
im Vorkommen der Fischarten. In einem grossen Teil der Schweizer Gewässer,
den steileren, kleineren Bächen und Flüssen ist natürlicherweise
die Bachforelle die häufigste Fischart und wird deshalb als Leitfischart
der Forellenregion bezeichnet. Weiter unten am Flusslauf, in grösseren,
langsamer fliessenden und zunehmend wärmeren Gewässern folgt
die Äschenregion, später die Barben-region und schliesslich
die Brachsenregion.
Folgende Parameter fliessen in die Bewertung ein:
Fischregion und potenzielles Artenspektrum
Populationsaufbau der Leitfischart
Natürliche Reproduktion der Leitfischart
Relative Dichte der Bachforelle
Deformationen und Anomalien
Häufigkeitsverteilung der einzelnen Arten zueinander
Das Modul Fische F wurde im Herbst 2004 in der Schriftenreihe
"Vollzug Umwelt, Mitteilungen zum Gewässerschutz" des BUWAL
publiziert (Mitteilungen zum Gewässerschutz Nr. 44).