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Kieselalgen

Kieselalgen (Diatomeen) als Indikatoren der Wasserqualität

Kieselalgenbewuchs auf Stein
Kieselalgenbewuchs auf einem Stein in der Flusssohle
Kieselalgen (lebende Zellen)
Kieselalgen (lebende Zellen)
Kieselalgen (präparierte Zellen)
Kieselalgen (präparierte Zellen)
Fotos: AWEL ZH

Kieselalgen oder Diatomeen sind einzellige Algen, deren zweiteilige Zellwand Kieselsäure enthält und mechanisch wie chemisch sehr beständig ist. Die Bestimmung der mikroskopisch kleinen Kieselalgen erfolgt anhand der artspezifischen Merkmale der Schale. Diatomeen kommen weltweit in Tausenden von Arten sowohl im Süss- wie im Salzwasser und sogar an trockenen Standorten vor.

Kieselalgen eignen sich gut als Bioindikatoren, da sie in allen Fliessgewässern ganzjährig vorkommen, ihre Reaktionen auf Umweltveränderungen gut bekannt sind und ihre Bearbeitung mit verbreiteten Methoden zuverlässige Resultate ergibt. Die Zusammensetzung der Kieselalgenarten in einem Gewässer hängt stark von der Wasserqualität ab. Ihre Verteilung und Häufigkeit ist davon abhängig, welche Wasserinhaltsstoffe über einen längeren Zeitraum im Gewässer vorhanden waren. Bei chemischen Belastungen verändert sich die Artenzusammensetzung der Kieselalgen im betroffenen Gewässerabschnitt, empfindliche Arten verschwinden und werden von weniger empfindlichen Arten ersetzt. Durch die Bestimmung der Arten und ihrer Häufigkeit lassen sich Aussagen über die Belastungssituation in den Wochen vor der Probenahme machen. Das Modul Kieselalgen ist daher eine ideale Ergänzung zu chemischen Gewässeruntersuchungen. Ökomorphologische Faktoren spielen eine viel geringere Rolle als bei den Wasserwirbellosen.

 

Diatomeen-Index Schweiz DI-CH

Die für das Modul-Stufen-Konzept erarbeitete Methode basiert auf einem Vergleich von Daten aus Kieselalgenuntersuchungen in Schweizer Fliessgewässern zwischen 1985 und 2005 mit gleichzeitig erhobenen Messwerten chemischer Probenahmen.
Aus dem Vorkommen und der Häufigkeit von Kieselalgenarten bei unterschiedlichen chemischen Belastungen wurde ein für die Schweiz spezifischer Diatomeen-Index Schweiz DI-CH entwickelt. Die erste Version des DI-CH von 2002 wurde 2005 und 2006 mit Daten aktueller Untersuchungen neu geeicht. Die Publikation der Methode durch das BAFU ist in Vorbereitung, die definitive Version steht an dieser Stelle bereits zum Download zur Verfügung (noch ohne Drucklayout). Zusätzlich stehen weitere Informationen über die Autökologie der 188 häufigsten in der Schweiz gefundenen Taxa zur Verfügung.

Methode Diatomeen Stufe F

Download Methode (pdf, 3.2 MB)
Download Methode Diatomeen Stufe F

 

Anhang Diatomeen Stufe F

Download Anhang (pdf, 4.8 MB)
Download Anhang Diatomeen Stufe F

 

Weitere Informationen

Anhang: Taxaplots zur Ermittlung der D- und G- Werte für 188 Taxa

Die Taxaplots bilden die Grundlage für die ökologische Einstufung der Kieselalgentaxa (D- und G- Werte). Als Grundlage wurden 3649 Kieselalgenproben verwendet.

Download Taxaplots (pdf, ca. 5 MB)

Download Taxaplots

Anhang: Autökologieblätter für 188 Taxa

Die Autökologieblätter stellen eine wertvolle Hilfe für die Interpretation des DI-CH dar. Sie enthalten für 188 Taxa Informationen über die geographische Verbreitung und das Vorkommen in Bezug auf chemische Parameter. Für jedes der 188 Taxa sind die Informationen in einer PDF-Datei enthalten.




Autökologie der Taxa

 

 letztes Update, 16. Juni 2010, J.A. Schlosser